Rutschhemmende Eigenschaften von Bodenbelägen

Stürzen infolge Ausgleitens ( Ausrutschens ) oder Stolpern gehört zu den häufigsten Unfallursachen nicht nur an der Arbeitsstelle sondern auch im häuslichen Bereich und in der Freizeit ( z.B. in Schwimmbädern ).

Die Rutschunfälle werden von mehreren Faktoren wie Material und Oberflächenstruktur des Bodenbelages, Grad der Verschmutzung durch gleitfördernde Stoffe, Art und Zustand des getragenen Schuhwerks, nicht angepasste Gehgeschwindigkeit u.a. beeinflusst. Um die Anzahl der Arbeitsunfälle zu reduzieren, wurden durch den Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften Vorgaben für die Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaften von Bodenbelägen sowie deren Anwendung im Merkblatt ZH 1/571 festgelegt. Gemäß diesem Merkblatt werden nach DIN 51130 die geprüften Beläge den Bewertungsgruppen R9 bis R13 zugeordnet. An der Bergischen Universität - GH Wuppertal wurden die s.g. "Wuppertaler Sicherheitsgrenzwerte" ermittelt, die die Bewertung des Ausgleitrisikos ermöglichen ( Reibzahlgrenzwerte ). Die Beurteilung der Rutschhemmung von Fußböden wird in der Bundesrepublik Deutschland durch die Prüfung gemäß den nachfolgend aufgeführten technischen Regelwerken durchgeführt.

  • DIN 51097 Prüfung von Bodenbelägen, Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft - Nassbelastete Barfussbereiche ; Begehungsverfahren ; Schiefe Ebene

  • DIN 51130 Prüfung von Bodenbelägen ; Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft - Arbeitsräume und Arbeitsbereiche mit erhöhter Rutschgefahr ; Begehungsverfahren ; Schiefe Ebene

  • DIN 51131 Prüfung von Bodenbelägen ; Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft ; Verfahren zur Messung des Gleitreibungskoeffizienten

    Das BZR - Institut verfügt über Einrichtungen und Geräte zur Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaften der Bodenbeläge gem. allen o.g. Regelwerken, dh. sowohl auf schiefer Ebene (stationär) als auch durch die Messung des Gleitreibungskoeffizienten.

Das letzte Verfahren kann auch vor Ort ( instationär ) am bereits vorhandenen Fußboden angewendet werden und zwar mit den tragbaren Geräten GMG 200 und FLOOR SLIDE CONTROL 2000.

Zur Voruntersuchung kann auch eine unkomplizierte und schnelle Prüfung mit dem s.g. Becker - Schuster - Gerät ( Fußboden - Glättemesser ) durchgeführt werden. Die evtl. das Ausgleitrisiko fördernde Verschmutzungen auf Bodenbelägen können identifiziert ( z.B. durch rasterelektronenmikroskopische Untersuchung der Oberfläche ) und die Maßnahmen zur Verbesserung der rutschhemmenden Eigenschaften ausgearbeitet werden.

 

 

Bestimmung der Rutschfestigkeitsklasse (Bewertungsgruppe) durch Ermittlung des Neigungswinkels gem. DIN 51130 auf schiefer Ebene


Instationäre Messung des Gleitreibungskoeffizienten ( Reibzahl ) mit dem Gerät GMG 200, auf einem vorhandenen PVC-Bodenbelag
Instationäre Messung des Gleitreibungskoeffizienten ( Reibzahl ) mit dem Gerät FSC 2000, auf einem vorhandenen Kunstharzbelag
Auswertung der Ergebnisse am Computer
Becker - Schuster - Gerät, Typ WWTG im Einsatz
REM - Aufnahme festgefahrener Cellulosefasern auf einem Industrieboden in einem papierverarbeitenden Betrieb